Ein kleiner Einblick in den Schreibprozess

...Toleranz. Ein schönes Wort, aber doch so selten gefühlt. Das System, in dem wir leben, heuchelt sich Werte zurecht, die nicht gelebt werden können, weil das Bildungskorsett Gleichheit anstrebt. Unkonventionelle Wege werden nicht akzeptiert. In diesem Buch schreibe ich darüber, wie mich das Zwangskorsett zertrümmern wollte und wie ich mich dagegen wehre. 

 

Freiheit ist ein Wert, der heute für mich Priorität hat. Das Leben kann uns ganz schön gefangen halten. Hier ein Korsett, da eine Grenze, mittendrin die aufgezwungenen Moralvorstellungen und drumherum das enge Bildungssystem, dass nicht genormte Persönlichkeiten leerbildet und Massengleichheit indoktriniert. 

 

Autoritäten sind nicht dazu da, um sich ihnen zu unterwerfen. Wir haben das Recht, eigene Wege zu gehen und kritisch zu bleiben. Und vor allem haben wir das Recht, das zu tun, was wir lieben.

 

Künstler lieben mit jeder Zelle und sie tun es nicht, um der Masse zu gefallen. Sie tun es, um zu leben. Sie tun es, weil es für sie nichts Schöneres gibt, als diese Leidenschaft. 

 

Das Bildungssystem vermittelt uns aber, nur Akademiker seien in dieser Welt anerkannt und wertvoll. Eine menschenunwürdige Tatsache. Wo ist da die gesellschaftlich überschwänglich betonte Toleranz? 

 

Meine Persönlichkeit funktioniert nicht konform mit dem, was politische Grundsätze erwarten. Ich bin hochsensibel, hochbegabt und mit jeder Zelle Künstlerin. Viele Jahre war ich damit beschäftigt, meine Persönlichkeit so zu kontrollieren, dass sie dem Massenideal entspricht. 

 

Ich begann verzweifelt eine Psychotherapie und fiel aus dem Schulsystem in den nächsten Abgrund. (In meinem Buch "Die Trümmerlöwin" beschreibe ich schonungslos das, was keine heilende Therapie, sondern ein schwerer narzisstischer, emotionaler und körperlicher Missbrauch über Jahre hinweg war)

Das moralische Korsett der Gesellschaft toleriert keine Andersdenkenden.

 

Also stürzte ich vom vernichtenden Bildungssystem in eine schwere Magersucht über eine zerstörerische Psychotherapie mitten in die Prostitution. Ich verkaufte meinen Körper über Jahre hinweg an mehr als 850 Männer. Meine ungewollten Fähigkeiten sollten aus mir rausgeprügelt werden. Ich konnte den Schmerz der Welt nicht mehr ertragen. 

 

Meine Flügel wurden tausendmal gebrochen, doch immer wieder fing ich sie zu kleben an. Mein Kleber besteht aus Leidenschaft, einem Haufen Kunst und einem starken Willen, den mir niemand nehmen kann. 

In diesem Buch schreibe ich darüber, wie mich das Zwangskorsett zertrümmern wollte und wie ich mich dagegen wehre. 


Copyright © Leonie Bandurski

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