Das Polarlicht in der Schwärze

Morgen erscheint meine Kurzgeschichte „Das Polarlicht in der Schwärze“ unter meinem offenen Pseudonym Leonie Helianthus. .

Als ich sie schrieb, war ich der Meinung, sie niemals mit der Welt zu teilen. .

Wenn ich beim Training nicht an meine Fähigkeiten glaube, sagt mein Ballettlehrer oft zu mir: „Leonie, du bist wie ein großer Schmetterling, fliege wie einer, tanze wie einer und lande wie einer. Die Welt darf deine Flügel sehen.“ Immer wenn ich nach diesem Motto handele, muss ich an diese Kurzgeschichte denken und deshalb ist sie es wert, gelesen zu werden. .

Einleitung...

...Draußen werden wir in Kategorien gequetscht. Es wird gemessen, was das Zeug hält. Leistung, Gesundheit, Schönheit. Die Gesellschaft vermisst sich um Kopf und Kragen. Mir passen diese Maße nicht. Wenn im Norden der Menschheit, im eisigen Norden unseres Leistungsdenkens das Licht schmilzt, dann weint die Sonne. .

Ich suche das Polarlicht in der Schwärze – meine echte Selbstakzeptanz in der Leistungsgesellschaft. .

4:15 Uhr. Ich kratze meine Gedanken zusammen und laufe schwermütig ins Wohnzimmer. .

Ich bin einsam hier drin und verloren da draußen. Ich bin reizüberflutet von dieser Welt. Es scheint mir, als sei ich durchlässig für alles, schutzlos. Ich bin voll und gleichzeitig leer. Voll von den Eindrücken der Welt, aber in mir leer, weil für mich kein Platz mehr ist. .

Nun sitze ich hier auf meinem grünen Retro-Sofa. Links neben mir steht ein leeres, behaartes Hundekörbchen. Rechts neben mir steht ein markanter Blumentopf ohne Blumen. Ich gieße nur die Erde, die ich darin platziert habe, um sie nahrhaft zu halten, denn ich nehme mir seit Wochen vor, eine Pflanze zu besorgen....

Copyright © Leonie Bandurski

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